Spielberichte

11. Spieltag: SVMB – HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf II 32:31 (19:15)


Zum Beginn der Rückrunde waren die Landeshauptstädter zu Gast bei der HSG II aus Teltow/Ruhlsdorf. Das Hinspiel endete leistungsgerecht 28:28. Der SV nahm sich vor, eine Reaktion auf die Niederlage der Vorwoche und schwächste Saisonleistung zu zeigen. Dazu impfte Coach Kegel seinen Mannen bedingungslosen Fokus auf das eigene Spiel ein, da in diesem Fall jeder Gegner zu schlagen ist. Personell ging man dünn besetzt mit einem erfahrenen Kader (Durchschnittsalter um die 29,9999) in die Partie.


In die Begegnung starteten beide Teams fahrig. Die ersten fünf Minuten waren durch überhastete Abschlüsse sowie technische Fehler gekennzeichnet. Nachdem die Anfangsnervosität abgelegt werden konnte, entwickelte sich ein ausgeglichenes sowie torreiches Spiel. Dem SV gelang es dabei ab dem 4:4 immer vorzulegen. Die Motoren ermöglichten der HSG ihre Treffer vor allem aufgrund ihres undisziplinierten Rückzugsverhaltens nach eigenen Treffern. Der Gastgeber nutzte die Unordnung sowie fehlende Zuordnung in der Babelsberger Defensive zu einfachen Treffern über die schnelle Mitte bzw. die erste und zweite Welle – 10:10 nach 17 Minuten. Zwangen die Babelsberger die HSG ins Positionsspiel, so stand die offensive 3:2:1-Deckung des SV massiv mit einem überzeugenden TW Jeyabalan dahinter. Da man im Verlauf der ersten Hälfte das Rückzugsverhalten verbesserte, gelang es, sich einen Vorsprung zu erspielen, der beim Zwischenstand von 17:13 erstmalig vier Treffer betrug. Im Angriff fanden die Filmstädter über ein bewegliches Positionsspiel über fast alle Positionen gute Lösungen, erspielten sich Lücken sowie klare Chancen und verwerteten jene hochprozentig. Es sind vor allem RL Heintsch, der bei perfekter Quote fünf Treffer erzielte sowie LA Wahrenberg zu nennen, welcher nach seiner Einwechslung für einfache Treffer über den Gegenstoß sorgte. Mit dem Zwischenstand von 19:15 wurden die Seiten gewechselt.

Coach Kegel lobte seine Mitstreiter ob der gezeigten Leistung und Einstellung in der ersten Hälfte. Er hob hervor, dass die Bereitschaft im Rückzug nicht nachlassen dürfe. Die HSG fand im Positionsspiel kaum Lösungen und produzierte technische Fehler sowie Fehlwürfe je länger ihre Angriffe dauerten. In der Offensive galt es, die gezeigte Beweglichkeit sowie Tiefe in den Aktionen zum Tor beizubehalten.

Die zweite Hälfte begann vielversprechend, da der Vorsprung auf fünf Treffer anwuchs – 21:16. Da die HSG ihre Deckung allerdings auf eine 5:1-Variante umstellte, stockte es auf einmal im Angriff der Potsdamer. Inkonsequent ausgeführte Abläufe, fehlendes Fortune beim Abschluss, technische Fehler sowie überhastete Einzelaktionen prägten das Spiel der Babelsberger in dieser Phase und führten dazu, dass die HSG das Spiel drehte. In der Deckung schaffte es der Gastgeber, die offensive Deckung der Motoren auseinander zu ziehen. Dadurch wurden die Abwehrspieler des SV in 1-gegen-1 Situationen isoliert, in denen der HSG-Rückraum seine Beweglich- und Spritzigkeit ausspielte. Ein 1:8-Lauf war die logische Konsequenz der Schwächephase – 22:26. Coach Kegel stellte die Deckung auf eine 6-0-Formation um, um mehr Stabilität zu gewinnen. Die taktische Maßnahme fruchtete, weil die HSG sich in der Folge wieder schwerer tat, klare Abschlüsse heraus zu spielen. Im Angriff entwickelte man abermals mehr Zug zum Tor und begünstigt durch eine Überzahlsituation war das Spiel beim Stand von 28:28 ausgeglichen. Eine intensive Schlussphase wurde eingeleitet, in welcher den Motoren ihre Erfahrung zu Gute kam, da man in den entscheidenden Momenten abgezockter war als die junge Heimmannschaft. Da TW Hübner in der letzten Viertelstunde seinen Kasten vernagelte und RR Kegel den Ball nach Belieben ins Tor knallte, siegte der SV mit dem Endergebnis von 32:31.

Was für eine klasse Reaktion auf die Niederlage der Vorwoche! Eine tolle mannschaftlich geschlossene Leistung, in der jeder seinen Teil zum Erfolg beisteuerte, trug den SV zum verdienten Sieg. Dieser war auch ein Sieg der Moral, weil die Potsdamer nach dem deutlichen Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit zurückkamen und das Spiel noch drehten. Hervorzuheben ist die Einstellung in Angriff und Abwehr. Jeder ackerte für seine Mitspieler und besann sich bedingungslos auf das Spiel des eigenen Teams. Besonders süß schmeckt dieser Sieg aufgrund der respektlosen Aussagen des Gäste-Trainers im Anschluss des Gastspiels des SV in der Vorwoche, bei welchem er zu den Zuschauern gehörte.


Es spielten und trafen: Jeyabalan (TW), Hübner (TW)
Kegel 10, Hantscher 7/4, Heintsch 5, Wahrenberg 4, Brandt 3, Schick 2, Taxis 1, Dittrich, Giese