6. Spieltag: SVMB – HSV Wildau 1950 II 33:20 (20:7)

Die Landeshauptstädter empfingen am sechsten Spieltag die Zweitvertretung des HSV Wildau 1950. Nach der dreiwöchigen Spielpause galt es, die positiven Tendenzen der vorherigen Heimspiele zu bestätigen und zum vierten Mal in Folge Zählbares in der eigenen Halle zu holen. Wie gewohnt, erwartete Coach Kegel ein frühzeitiges Unterbinden des gegnerischen Angriffsspiels, um aus einer stabilen, agierenden Deckung heraus den Grundstein für ein erfolgreiches Spiel zu legen. Durch die Erkenntnisse aus früheren Begegnungen galt es, die Rückraumschützen des HSV nicht ins Spiel kommen zu lassen.


Die Abtastphase zu Beginn des Spiels dauerte bis zum Zwischenstand von 3:3 an. Dies stellte den letzten Gleichstand des Spiels dar, da die Motoren sich in Angriff und Abwehr folglich sehr gut auf die Wildauer einstellten. Im Deckungsverbund setzte man die Vorgaben des Coachs konsequent um und erzwang entweder technische Fehler oder schwierige Abschlüsse, die häufig ihr Ziel verfehlten. Was doch auf den Kasten kam, war zumeist sichere Beute für TW Leuschner. Auch das versuchte Spiel über den Kreis, in der Vergangenheit häufig die Achillesferse der Motor-Deckung, unterband der an diesem Tag bockstarke Mittelblock erfolgreich. Basierend auf dieser überzeugenden Abwehrleistung zogen die Landeshauptstädter in Ruhe ihr Positionsspiel auf. Garniert wurde die Angriffsleistung durch einige Treffer über die erste und zweite Welle. Der Gegner agierte überraschend statisch im Abwehrverhalten. Diese Passivität wusste vor allem RL Schick mehrfach zu nutzen. Über die Zwischenstände 7:4 und 14:6 hatte der SVMB sich zur Halbzeit mit dem Zwischenstand von 20:7 bereits einen Vorsprung von 13 Treffern erspielt.

Coach Kegel lobte vor allem die gezeigte Intensität in der Abwehr. Im Angriff sah er noch Steigerungspotential in der Ausführung des gebundenen, druckvollen Positionsspiels. Er mahnte seine Mannen trotz des komfortablen Vorsprungs die Konzentration hochzuhalten, um den Gegner nicht durch eigene Nachlässigkeiten wieder stark zu machen.

Bis zur 37. Spielminute gelang dies den Motoren, da der Vorsprung auf 16 Treffer ausgebaut werden konnte, womit mehr als eine Vorentscheidung gefallen war – 23:7. In der Folge verlor der Gastgeber etwas die Spannung. In der Deckung fehlte die letzte Entschlossenheit, um den Gegner am Abschluss zu hindern. Den sich bietenden Raum nutzten die Wildauer und kamen vermehrt zu freien Abschlüssen. Im Angriff verzettelten sich die Babelsberger in Einzelaktionen mit dem Resultat unvorbereiteter Abschlüsse, die eine sichere Beute für den überzeugenden Schlussmann des HSV waren. TW Jeyabalan war es in dieser Phase zu verdanken, dass der Vorsprung immer mindestens zweistellig blieb. Um wieder mehr Struktur ins Spiel zu bekommen, wechselte Coach Kegel munter durch. Nach kurzer Findungsphase der neuen Spielerformation brachten die personellen Änderungen den gewünschten Erfolg und die Motoren stellten den Halbzeitvorsprung wieder her, welcher bis zum Schlusspfiff mit dem Ergebnis von 33:20 konserviert wurde.



Der Sieg für den SVMB geht auch in der Höhe absolut in Ordnung. Gerade in der ersten Hälfte zeigten die Motoren eine überzeugende Deckungsleistung und ein abgeklärtes Angriffsspiel, welche die Grundlagen für den Erfolg waren. Auf dieser Leistung ist aufzubauen. Will man der Mannschaft etwas vorwerfen, dann ist es der Spannungsabfall in der zweiten Hälfte. Aber wer kann dies dem Team bei zeitweise 16 Treffern Vorsprung verdenken. Letztlich ließen die Babelsberger den Gegner nie wirklich zurück ins Spiel kommen und verwalteten ihren Vorsprung souverän.

Es spielten und trafen: Leuschner (TW), Jeyabalan (TW)
Schick 10, Kliefert 6, Hantscher 5/4, Dittrich 3, Wahrenberg 2, Frahm 2,
Rötzler 2, Harnisch 1, Kegel 1, Brandt 1, Giese

© Tim Schick